Ein glücklicher Neuanfang in der Heimatstadt Köln mit 93 und 75 Jahren

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Pinke Wohnung vor der Entrümpelung 

Kaum zu glauben: Die Fassade des Bungalows leuchtete uns in einem kräftigen Rosa entgegen. Und auch im Haus war alles in Rosa gehalten. Dazwischen das Ehepaar D., sie 93 und er 75 Jahre alt. Freunde des Paares hatten uns gebeten, einmal mit den beiden zu sprechen, denn die Wohnsituation im Haus wurde schwieriger: Herr D. wurde nach einem Unfall und einer schweren Krankheit zunehmend zum Pflegefall, Frau D. war aufgrund ihres Alters mit der Pflege des Ehemannes und dem Haus überfordert. Der Zeitpunkt für einen Wohnwechsel schien gekommen. Doch es türmten sich rund um die Veränderung so viele Fragen auf, dass die beiden Senioren gar nicht wussten, was sie tun sollten. Kinder, die hätten helfen können, hatten sie nicht. Die nächsten Verwandten wohnten im Ausland. Auch die Sorge vor den finanziellen Belastungen blockierte sie und erschwerte es ihnen, eine Lösung für ihre Wohnsituation zu finden. Ohne Unterstützung und Entlastung würden die beiden es nicht schaffen, erkannten die Freunde.

Betreutes Wohnen und kleinere Wohnung als Lösung

In ersten Gesprächen sondierten wir die Situation und gingen die verschiedenen Möglichkeiten durch. Schnell wurde uns klar: Der Umzug in ein Seniorenheim mit Betreuung war für Herrn D. die beste Lösung. Er war gerne bereit dazu, auch, um seine Frau zu entlasten. Es sollte ein Seniorenheim in der Nähe sein, damit seine Frau ihn täglich besuchen konnte. Im Laufe der Gespräche zeichnete sich die ideale Lösung ab: Der frühere Unternehmer und seine Frau besaßen auch noch eine Wohnung in Köln. Sie hatten sie ursprünglich gekauft, um sich im Alter kleiner zu setzen. Nun war also der Zeitpunkt da, denn Frau D. wollte und konnte weiterhin eigenständig leben. Würde Frau D. hierhin umziehen, könnte ihr Mann in ihrer Nähe in einem Seniorenheim sein.

Den Umzug planvoll organisieren und durchführen

Der Plan begeisterte Frau D. Als Kölnerin freute sie sich, wieder in ihre Heimat zu ziehen. Allerdings war die Kölner Wohnung von den beiden in den letzten Jahren quasi als Möbellager genutzt worden. Sie stand so voll mit Möbeln, dass kein Durchkommen mehr war. Bevor Frau D. umziehen konnte, musste hier unbedingt gesichtet und aussortiert werden. Daher fotografierten wir Ölgemälde und Antiquitäten, die in der Wohnung waren, legten eine Mappe an, in die wir die Fotos einfügten, und übergaben sie den Freunden des Ehepaars. Diese sollten gemeinsam mit Ehepaar D. überlegen, von welchen Gegenständen man sich trennen könne. Damit das Ehepaar einen guten Preis für seine kostbaren Bilder und Möbel erhielt, vermittelten wir ihnen Antiquare zur Unterstützung.

Das Haus auf den Verkauf vorbereiten

Außerdem sichteten wir die Gegenstände, die noch im Haus waren, damit es ausgeräumt und zum Verkauf vorbereitet werden konnte. Dabei entdeckten wir u. a. zehn Kartons mit nicht erledigter Post der letzten Jahre, die wir sortierten und abhefteten. Die unbearbeitete Post zeigte, dass es für den Umzug allerhöchste Zeit gewesen war. Die beiden alten Herrschaften konnten nicht mehr eigenständig in dem Haus leben. Sie waren mit den Aufgaben des Alltags vollkommen überfordert und brauchten dringen Unterstützung.

Das nächste Hindernis vor dem Umzug ins Seniorenheim

Während wir den Umzug von Frau D. in die Kölner Wohnung vorbereiteten und organisierten, suchten wir ein Seniorenheim für Herrn D. Tatsächlich fanden wir fußläufig zur Wohnung ein passendes Seniorenheim mit betreutem Wohnen. Da die Situation im Bungalow immer kritischer wurde, drängte die Zeit. In Verhandlungen mit dem Leiter des Heims konnten wir erreichen, dass der Umzug von Herrn D. trotz Warteliste schon sehr zeitnah erfolgen konnte. Obwohl noch nicht alle Formalitäten geklärt waren, stimmte der Leiter des Seniorenheims dem Einzug zu. Denn ein Problem war geblieben: Das Ehepaar war nicht krankenversichert. Eine Herz-OP von Herrn D. hatte große Teile des Ersparten verschlungen und das restliche Geld würde kaum ausreichen, um die Pflege zu bezahlen. Der Verkauf des Bungalows sollte die Kosten zwar decken. Dennoch mussten die beiden unbedingt in eine Krankenkasse aufgenommen werden – mit 93 und 75 Jahren eigentlich völlig unmöglich. Um dies dennoch zu bewerkstelligen, zogen wir eine Sozialanwältin zu Rate. Gemeinsam ermittelten wir ein kleines Schlupfloch in der Gesetzgebung. Da wir von dem Ehepaar D. die erforderlichen Vollmachten hatten, konnten wir mit der Krankenkasse in Verhandlungen treten. Gegen den Widerstand der Krankenkasse ist es uns schließlich gelungen, dass das Ehepaar trotz des hohen Alters krankenversichert wurde.

Dank Haus- und Wohnungsverkauf finanziell sorgenfrei leben

Frau D. genießt nun das Leben in der Wohnung in ihrer Heimatstadt Köln. Auch diese Wohnung ist inzwischen zu einem guten Preis verkauft worden. Frau D. besitzt lebenslanges Wohnrecht. Da das Seniorenheim nur wenige Schritte von der Wohnung von Frau D. entfernt liegt, kann sie die Tage bei ihrem Mann verbringen und mit ihm zu Mittag essen. Da bei den Verkäufen des Hauses und der Wohnung gute Preise erzielt wurden, kann das Ehepaar sein neues Leben frei von finanziellen Sorgen führen. Mit etwas zeitlichem Abstand hörten wir, dass Frau D. doch tatsächlich mit ihrem kleinen Fiat allein nach Ascona gefahren ist. Da wollte sie doch immer noch einmal hin. Großes Kompliment!

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Gast
Gast Montag, 20 November 2017